Obschon der Meister Streben nimmer endet sull Euch dies Wegweiser
von Lehrstund zu Lehrstund sein
13.00 Der Besenbinder
Eitel bleibt all Streben nach Reinlichkeit ohne das rechte Handwerkszeug. So
fügt er Reis um Reis zusammen auf dass der Frouwe Müh und Plag
erleichtert sey.
13.30 Der Schmied
Wo Hammer und Amboss glockenhell klingen obwaltet Meister Hämmerlein.
Immerfort hat er mehrere Eisen im Feuer sey es Nägel mit Köpfen zu
machen oder gar feinste Messer nach der Damaszener Art.
14.00 Die Weberin
Welch Mühsal selbst in grobem Tuche steckt mögt Ihr hier sehen. Wo
die Gesellin nit müde wird Faden um Faden zu spinnen, lässt die Meisterin
das Schifflein durch die Kettfäden gleiten. So wird der Webstuhl ihr zum
Thron der Fleißigen.
14.30 Der Steinmetz
Mit Knüpfel und Meissel geht Meister Harald zu Werk. Vor Euer staunend
Aug entwächst so aus dem härtesten Brocken ein fein Bildnus.
15.00 Der Hafner
Uralt ist seine Kunst auf der Scheibe irdene Gefäße zu erstellen,
doch wär es um Hausrat schlecht bestellt ohne sein Tun. Immer wieder scheint
es wunderbar wie aus einem Batzen Lehm durch sein Geschick herrliche Gefäße
wachsen.
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15.30 Der Korbflechter
Wie sullt die redlich Frouwe nach dem Kauf die Waren bergen wenn es ihn nit
gäb? Doch nützlich Ding mag auch wohlgestalt sein. So flicht er gesotten
und geschälte Weiden Euch zum Wohlgefallen.
16.00 Die Schreiberin
Nit jeder ist in unsrer Zit des Schreibens und Lesens mächtig. Wie aber
sullt man zur Urkund geben oder minniglich Wort der Liebsten senden. Sie weiß mit
Galltinte und Gänsekiel zierlich Lettern zu Papyr zu bringen.
16.30 Der Seiler
Was hier geschieht bleibt für gewöhnlich Euch verborgen. So steht
Ihr staunend, wenn auf der Reeperbahn aus Hanfschnüren dicke Tampen werden.
17.00 Der Drechsler
Nit umsunst die Kunst der Könige genannt ist sein Gewerk. Scharfe Eisen
graben sich auf der Drehbank in das Holz, doch seiner Kunstfertigkeit ist es
zu danken, dass dergestalt Meisterstück um Meisterstück entsteht.
Dies seht Ihr an beiden Tagen an der Märchenbühne
13.00 15.00 17.00 Pirolina Rabenschön
Voll Wunder ist die Welt zu deren Toren sie den Schlüssel hält.
An beiden Tagen wollen Euch Jokulatores und Musici
nit nur von der Bühnen hohen Warte aus erfreuen, auch an der
Tavern oder mitten unter Euch
sullt Ihr sie sehen und hören.
