| Ihr
zählt das 875. Jahr, dass Euer Gnadenstädtlein
als Nuenbret zum ersten Mal zur Urkund ward gegeben. Dies
sey auch uns willkommen Anlass den Festtagsreigen zu Schloss
Homburg zu begehen. Markt sey wiederum gehalten wie zu
alter Väter Zit. Handwerksfleiß und Kaufmannsehr,
Kochkunst und Mägdeschoene all dies findet Ihr allhier.
Denn samt und sunders sind sie der Boten Ruf gefolgt Euch
wahren
Festtag
zu bereiten.
Doch wie’s nunmehr Brauch sein langer Zit, hat man
auch die gerufen, die Euch Kurtzweyl meisterhaft bereiten
item
sie im Nomen führen. Doch auch ander Musici wollen mit
den Vögelein im Wettstreit jubilieren, Possenspieler
geben ihr bestes und selbst Eure Kindlein will man nit mürrisch
stehen lassen, soll’s doch auch Ihnen ein Festtag sein.
All dies Euch und Eurem Städtlein zur Ehr.Zufürderst
seyen Euch die genannt die Euch wahrlich Kurtzweyl bereiten
Zufürderst
seyen Euch die genannt,
die Euch wahrlich Kurtzweyl bereiten
Kurtzweyl
Lang ist der Weg den sie gegangen,
Frau Musica zu dienen und Euch mit Schnurren zu erfreuen.
Doch nit weit hierher,
denn als Schulmeister ist Herre Walther allhier wohlbekannt
und seiner Mühen Früchte sollen Eure Ohren aufs
besunderst hier verwöhnen. Denn seine Zöglinge
streben ihm fügsam nach, so ist nur deren Eltern Busen
stolzgeschwellt.
Krless
Wahrlich von weither sind jene kummen, stund ihre Wiege doch
im fernen Prag. Euch aber wollen sie mit ihren Melodeyen
umschmeicheln, sind sie doch allsamt Frau Musicas Söhne.
So manchen Sturm haben sie überstanden und doch jauchzen
ihre Instrumenta wie am ersten Tag. Zarte, frumme Melodeyen
aber auch manch kraftvoll Weise lassen Euch das Herz aufgehen.
Master Fleapit
Er, der Waliser hat keinesgleichen Ist er Joculator, Possenreißer,
Komödiant? Alles vereint er in seiner Person wie kein
Zweiter.
Forzarello
Auch sie gehören der Zunft der Gaukler an. Doch wie
Castor und Pollux wäre der Eine ohne den Anderen nit
zu denken. Wo sie jedwedem Ding die Schwerkraft nehmen hat
das Staunen nimmer End und die Historien die sie dabei zum
Besten geben lassen Euch vor Lachen bersten.
Pirolina Rabenschön
Ein Wagen ist ihr Haus, sie zieht mit ihm durch manches Tor,
bleibt nur solang wie’s Städtchen sie geborgen
hält und lässt als Dank dafür bei Euch so
manch Historie, die sie auf ihrem Weg gepflückt und
hält so einen Strauß geheimnisvoller Blüten.
Das Glücksrad
Flauz der Glücksritter, Fortunas eigner Sohn, lässt
Euch das Schicksalsrad zur wahren Freude werden.
Der Marktvogt
Wo Ihr Festtag habt ist er der Ordo strenger Hüter.
Angetan ist er im Purpurrot der Obrigkeit und niemand hat
Ihn mehr zu fürchten als die Spielleut, sind sie ihm
doch des Tuffels Sendboten.
Der Herold
Sprachrohr und Stadthalter der Obrigkeit allhier, weiß er
nit nur die Ordo zu Gehör zu bringen.
Der Büttel
Handlanger der Obrigkeit, doch durchaus mit eignem Sinn.
So zieht er nimmer müde seine Bahnen über den
Plan. Hoch ragt seine Hellebarde allüberall zu sehen,
so ist er eher Hüter der kleinen Lässlichkeiten,
als grauser Vollstrecker der Willkür seines Herren.
Der Henker
Nit umsonst der grause Rüdiger genannt, errichtet er
das Blutgerüst. Nimmer wird er müde jedwedem seine
Instrumentarien zu erklären, doch fürchten muss
ihn nur der, der Schuld auf sich geladen.
Dies sullt Ihr am 29. des April
und am 1. des Mayen sehen.
An der Hauptbühne 11.00 Das Signal
Weithin schallt das Horn. Euch zum Zeichen, dass jedweder nun die Schranken
auftun soll.
11.30 Die feierliche
Markteröffnung
Kein Geringerer als der Thesaurar, der Schatzmeister, des
Cassiusstiftes zu Bonn hat sich eo ipso, in eigener Person,
allhier eingefunden. Was zur Urkund ward gegeben sull itzt
verlesen sein. Dem heilgen Vater, Bischof zu Rom, Knecht
der Knechte Gottes hat es gefallen die Kirche zu Nümbrecht
samt dem Zehnten dem Stifte zu zu eignen itzund und immerdar.
Ehrfürchtig lauscht man den Worten, als wär’s
die heilge Schrift. Doch nun, just bevor der Festtag seinen
Lauf mag nehmen, sull jedweder, der allhier den Handel
treibt ermahnt, item geprüfet sein.
Kaum aber ist das Procedere überstanden, schallen Jubelrufe über
den Plan, heißt es doch: „Der Markt ist eröffnet!“
12.30 Krless
Feierlich sind auch sie itzt gestimmt, die Musici samt Instrumenta,
geb’s Frau Muica, dass es Euch gleichwohl ergeht.
13.15 Forzarello
Irrungen und Wirrungen mit Wort und Keule.
14.00 Der Tanz der Marktleut
Wie der Saft in den erwürdigen Eichen steigt, so ist
dies auch bei Meister Hämmerlein und wahrlich nit nur
bei ihm. Meister und Meisterinnen schwingen das Tanzbein
nach langer Abstinencia, dass man in rechte Wallung gerät.
So wird der Plan zum Tanzboden und nit nur die Instrumenta
jauchzen.
14.45 Master Fleapit
Wahrer Tausendkünstler ist er, dem alles zur Commedia
wird.
15.30 Kurtzweyl
Wahrhaft meisterliches ertönt itzund.
16.15 Forzarello
Nit nur wie sie Bälle und Keulen schwerelos halten erscheint
Euch zauberisch.
17.00 Krless
Frohe Melodey, auf dass Euch das Tanzbein juckt.
17.45 Das Spiel bei der Tavern
Der Tag will sich zum Abend neigen, da treffen sich die Spielleut
zum Trunk. Nun aber sticht sie all der Hafer und Einer
will des Andern Meister sein. Ihr aber seht ein furios
Spectacel.
19.00 Der Ruf
des Nachtwächters
Wie des Tages Beginn ist auch sein Beschluss. Weithin schallt
das Horn. Itzund hat selbst der Meister Fleiß ein
End.
Dies sullt ihr am zweiten Spielort sehen
12.30 Master Fleapit
Schnallt den Leibriemen enger, auf dass Ihr nit vor Lachen
berstet.
13.15 Das Turney der Kindelein
Die Obrigkeit lässt’s sich itzund angelegentlich
sein, die Kindeleyn in wahrer Ritterlichkeit zu unterweisen.
Doch wo der Büttel zum Ringelgalgen wird, fällt’s
schwer höfisch und höflich zu bleiben selbst im
Angesicht des kindlich’ Königs.
14.00 Kurtzweyl
Altmeisterlich im besten Sinne ist ihre Kunst.
15.45 Krless
Ein wahres Schatzkästlein ist ihr Notenbuch.
16.45 Master Fleapit
Staunenswerte Tausendkünste.
Der Weg in den oberen Burghof
lohnt jede Müh
12.30 Kurtzweyl nur Sa den 29. des April
Was wahre Schulmeister bewirken wird itzt Aug- und ohrenfällig.
Denn welch Frucht Herre Walthers Wirken trägt, könnt
ihr nun nit nur hören. Allerliebst sind seine Zöglinge
anzusehen, tragen sie doch ihre Gewandung wie ein Ehrenkleid.
13.00 Pirolina
Rabenschön
In ferne Welten lässt sie Euch blicken, wenn sie Ihren
Märchenschatz Euch öffnet.
13.30 Master Fleapit
14.00 Pirolina
Rabenschön
15.00 Forzarello
16.00 Pirolina
Rabebschön
17.00 Des Henkers
Meisterstück
Dort beim Blutgerüst sullt Ihr nun wahrlich graus Ding
sehen. Heißt es doch: „Nur das Werk soll seinen
Meister loben“, doch des Henkers Meisterstück
war vor noch nit langer Zeit eine Diebes schönste Zier.
Dies macht Euch den Tag des Herren
zum wahren Festtag
11.00 Das Signal
Wo Ihr Festtag habt, müssen jene dem Tagwerk nachgehen.
So heißt es itzt für Meister, Krämer und
Schankwirte die Schranken auf zu tun.
11.30 Die Feierliche
Markteröffnung
In festlichem Gepränge strebt man zum Podest, den Markt
zu eröffnen. Doch zufürderst hält man inne
die Speisprob zu nehmen. Der Büttel ist williger Probant,
den wo es gilt das Ränzlein wohlfeil zu füllen
will er nit fehlen. Ohnedies droht nie Gefahr, denn jeder
weiß solch Festmahl ist nit nur ihm ein wahrer Hochgenuss.
12.30 Kurtzweyl
Feinste Tafelmusica zur mittäglichen Stund.
13.30 Master Fleapit
Wo Possenspiel und wahres Können Hand in Hand gehen,
seht Ihr gewiss den Waliser.
14.30 Der Tanz der Marktleute
Meister Hämmerlin der Schmied wird nun zum jauchzenden
Bacchanten, kann er sich doch unter den Augen seines strengen
Weibes mit andern Evastöchtern im frohen Reigen drehen.
15.15 Forzarello
Magier und Joculator ergeben ein Duo furioso.
16.15 Krless
Festtagsmusica für Hochmögende gradso wie fürs
gemeine Volk.
17.15 Das Zehntgericht
Itzt gilt es zu rechten über all die, die weder Gott
noch dem Kaiser geben was deren ist.
18.00 Kurtzweyl
Zwar heißt es der Prophet gelte nichts im eignen Land
doch Herre Walter und die Seinen strafen dies der Lügen.
18.45 Master Fleapit
Mag sein, dass Euch heiße Zähren die Wangen netzen,
doch dies sind Freudentränen.
19.00 Krless
Ein letztes Mal lassen sie die Instrumenta und Eure Herzen
jauchzen.
19.45 Forzarello
Wundert Ihr Euch noch oder staunt Ihr schon?
20.30 Walpurgis naht
Kaum will es Abend werden sind die Spielleut nimmermehr zu
bändigen. Die Sackpfeife schrillt, Feuersäulen
steigen in die Lüfte, dumpf dröhnen Trummeln.
Wildes, heidnisch Tun hält Einzug wie in uralter Zit.
21.45 Die Pest
Als wöllt der Herrgott selbst Strafgericht halten, gellt
der Angstschrei: „Es ist die Pest“! Geborgen
unter Weihrauchschwaden ziehen die Doctores über den
Plan. Gespenstisch flackern die Fackeln, Gebete, nur gemurmelt,
steigen flehentlich empor. Alles was an den erinnert der
dahin gerafft, ist ein Kreuz aus Löschkalk dort im Kot
der Gasse.
22.00 Der Ruf
der Nachtwächter
„
Menschen Wachen kann nichts nützen. Gott muss wachen
Gott muss Schützen!“ So hört man die Wächter
rufen.
Dies seht ihr am 2. Spielort
13.30 Das Turney der Kindelein
14.30 Kurtzweyl
15.30 Master Fleapit
16.30 Kurtzweyl
17.30 Master Fleapit
Dies seht Ihr im oberen Burghof
13.00 Pirolina
Rabenschön
14.00 Forzarello
15.00 Pirolina
Rabenschön
16.00 Master Fleapit
17.00 Pirolina
Rabenschön
18.00 Krless

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